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Vertrauen, Qualität und Sicherheit

Es ist das Weihnachtsfest 1905, als Käthe Kruses Maria, liebevoll Mimerle genannt, sich sehnlichst eine Puppe wünscht. Eine Puppe zum kuscheln, herumtragen und umsorgen - genau wie ein echtes Baby sollte sie sein. Doch alle Puppen, die Vater Max Kruse, ein bekannter Berliner Bildhauer, in den Kaufhäusern sah waren steif, kalt und nicht geeignet, um mütterliche Gefühle in einem Kind zu wecken. Er riet Käthe, selbst eine Puppe zu machen. Käthe Kruse hatte auch bereits eine genaue Vorstellung, wie diese Puppe sein sollte: warm, weich und auch ein bisschen schwer, do dass Mimerle auch was zu tragen hatte. Sie nahm, was sie zur Hand hatte: ein Handtuch, etwas Sand als Füllung, die sich bei längerem anschmiegen der Puppe erwärmte, und eine Kartoffel als Kopf - schon war das erste Puppenkind geboren und Mimerle liebte es inniglich. Sie trug das Geschöpf tagelang mit sich herum und umsorgte es, bis sich die Knoten im Handtuch lösten, der Sand herausrieselte und die Kartoffel schließlich schimmelte.

Angespornt durch die Liebe ihrer Tochter zu dieser ersten Puppe - die heute auch als Kartoffelpuppe oder Sandbaby bekannt ist - fasste Käthe Kruse den Entschluss, ihre Künste zu verbessern und machte immer neue Puppen für ihre Kinder. Damals ahnte sie noch nicht, dass die Puppenmacherei zu ihrem Erfolg, ihrem Lebensinhalt und ihrem ganzen Glück werden sollte.

 

1919: Erste öffentliche Ausstellung und Reformpädagogik

 Im Bekanntenkreis hatte sich bald herumgesprochen, dass es in Berlin eine junge Mutter gab, die ihren Kindern Puppen zum Spielen selber machte. Um 1910 wurde Käthe Kruse eingeladen, ihre Puppen bei der Ausstellung „Spielzeug aus eigener Hand" in Berlin im Warenhaus Tietz auszustellen. Ihre liebreizenden Puppen wurden zum großen Überraschungserfolg der Ausstellung und Käthe Kruse wurde über Nacht berühmt. Die Presse bezeichnete Käthe Kruses Puppen als „Ei des Kolumbus". Puppen waren zwar nichts Neues, doch in ihrer Machart unterschieden sich Kruses Puppen entscheidend vom bisher Üblichen, da sie mit ihren Puppen die gerade neu entstandenen reformpädagogischen Ideen mit einem Schlag umgesetzt hatte: ihre Puppen waren keine kleinen Erwachsenen, die dem Kind ein Vorbild sein sollten, sondern sie waren Ebenbild des Kindes. So konnten sie dem Kind ein gleichwertiger Freund, ein Begleiter und Kamerad sein. Käthe Kruses Puppen begeisterten die Erwachsenen, weil sie so kindlich aussahen und elterliche Fürsorgegefühle weckten. Kinder liebten diese Puppen, weil sie ihnen selbst so ähnlich waren. Ein Erfolgsrezept, das um die Welt gehen sollte.

1911: Der erste Auftrag und Firmengründung in Berlin

 Ein aus den USA nach Berlin gereister Vertreter des New Yorker Spielwarenhauses FAO Schwarz sah die neuartigen Käthe Kruse Puppen und setzte sich sofort mit Käthe Kruse in Verbindung. Er bestellte 150 Puppen zum Verkauf bei FAO Schwarz. Nun hatte Käthe Kruse nicht mit einem solchen Erfolg und schon gar nicht mit einer solchen Nachfrage nach ihren Puppen gerechnet. Sie war keine Fabrikantin und hatte keine Werkstätte. Ihre Puppen waren für den Hausgebrauch gemacht. Der Auftrag reizte sie jedoch so sehr, dass sie beschloss, diese 150 Puppen mit Hilfe eines Malers und einiger Näherinnen in ihrer Berliner Wohnung herzustellen und pünktlich zu liefern. Nach einigen durchgearbeiteten Nächten gingen die Puppen schließlich per Schiff in die USA. Die Puppen waren noch nicht perfekt, doch die „Kinderkrankheiten" konnten leicht behoben werden und so folgte bald der zweite Auftrag über 500 weitere Puppen. Dies konnte Käthe Kruse ohne Hilfe nicht mehr bewältigen. Zunächst vergab sie eine Fertigungslizenz an einen Spielzeugfabrikanten, entschloss sich letztendlich aber doch zum Aufbau einer eigenen Werkstätte in Bad Kösen. Mit ihren Puppen nimmt Käthe Kruse an diversen internationalen Puppenausstellungen teil und gewinnt in Florenz die Große Goldene Medaille, in Frankfurt den 1. Preis und in Breslau den 1. Preis.

 

1912: Umzug nach Bad Kösen

Käthe Kruses Manufaktur in Bad Kösen begann mit der Serienherstellung nach dem Modell der in Berlin ausgestellten Puppen, die bei der späteren Einführung der Seriennummern nachträglich die Bezeichnung „Puppe I" erhielt, unter der sie noch heute bekannt ist. Die Fertigung wurde zunächst in einem Haus in der Friedrichstraße eingerichtet, 1923 zog die manufaktur in das ebenfalls in der Friedrichstraße gelegene, größere Gebäude des ehemaligen Pädagogium um. In Bad Kösen entwarf Käthe Kruse zahlreiche Puppenmodelle, Bekleidungen und Accessoires, die sie erfolgreich bewarb und weltweit im Fachhandel plazieren konnte. Zu erwähnen sind vor allem die ab ca. 1916 hergestellten, filigranen Puppenstubenpuppen, das seit 1922 gefertigte „Schlenkerchen" („Puppe II"), die 1925 neu eingeführten Puppen „Träumerchen" („Puppe V") und „Du Mein" („Puppe VI") und die seit 1928 erfolgreich hergestellte „Puppe VIII" - auch als „Das deutsche Kind" oder als „Friedebald-Puppe" bekannt. Es war die erste Käthe Kruse Puppe mit einer kämmbaren Echthaarperücke und wurde nach dem Vorbild von Käthe Kruses Sohn Friedebald gefertigt.

 

1921: Viele Puppen - viele Kinder

Die Puppenproduktion in Bad Kösen florierte. Käthe Kruse verkaufte ihre Modelle erfolgreich im In- und Ausland und konnte sie durch geschickte Werbeschachzüge wie z. B. ein eigener Katalog, Werbeanzeigen in internationalen Magazinen, Interviews und Werbepostkarten weltweit auf dem Spielzeugmarkt etablieren. Sie waren auf allen wichtigen Messen vertreten und hatten auch schon Preise gewinnen können. Neben den Puppenkindern musste sich Käthe Kruse aber auch noch um ihre eigene, wachsende Kinderschar kümmern. 1921 kam mit Max das letzte ihrer sieben Kinder zur Welt: Maria, Sofie, Hanne, Michael, Jochen, Friedebald und Max.

 

1925: Bing Prozess

Gegen den Bing Konzern führte Käthe Kruse den wohl bedeutendsten Urheberrechtsprozess in der Geschichte der Spielzeugindustrie. Der Großkonzern Bing hatte im großen Stil begonnen, Käthe Kruse Puppen zu imitieren. Käthe Kruse fühlte sich nicht nur ihrer geistigen Arbeit beraubt, sondern hielt die fabrikmäßig gefertigten Imitate auch noch für besonders unförmig, seelenlos und leer im Ausdruck. Nicht umsonst hatte sie sich für eine eigene Handwerksfertigung entschieden und damit ein neues Qualitätsmerkmal gesetzt. Bing hingegen setzte auf Massenproduktion und schlug dabei noch Kapital aus Käthe Kruses gutem Markennamen, indem sie mit den Worten „Imitation der Käthe Kruse-Puppen" warben. Käthe Kruse wandte sich in dieser Angelegenheit an eine auf Urheberrechtsfragen spezialisierte Berliner Kanzlei und brachte die Sache vor Gericht. In erster Instanz gab der Richter Käthe Kruse Recht, in der Berufung gewann Bing. Der Rechtsstreit zog sich bis in das Jahr 1925, als Käthe Kruse den Prozess vor dem Leipziger Reichsgericht endgültig gewann. Es war das erste Mal, dass der künstlerische Urheberschutz einem Spielzeug zugebilligt worden war. Eine grundsätzliche Entscheidung, die klare Rechtsverhältnisse schuf.

 

1928: Käthe Kruse revolutioniert das Schaufenster

1928 erhielt Käthe Kruse von einem Kunden folgendes Schreiben: „Sehr geehrte Frau Kuse, wir planen, für den Muttertag ein besonders hübsches Schaufenster zu machen, und zwar nur Kinder. Nun gefallenuns aber unsere Figuren nicht so gut. Können Sie uns helfen, indem sie einfach Ihre Puppen so groß machen, dass wir ihnen normale Kleider anziehen können. Die Kinder sollten drei und fünf Jahre alt sein." Dies war der Beginn der Käthe Kruse Schaufensterfigurenproduktion. Die Körper fertigte Käthe Kruse ähnlich ihrer Puppenstubenfiguren: im Inneren ein bewegliches Skelett aus Draht, darüber mehrere Schichten gewickelten Stoff und am Schluss ein Überzug mit festem Trikot. Außer Kindern fertigte Käthe Kruse bald auch Erwachsenenfiguren in verschiedenen Größen mit austauschbaren Köpfen und Perücken. Vor allem Käthe Kruses Tochter Sofie war maßgeblich an der Produktion beteiligt. Genau wie ihre Puppen bestachen die Schaufensterfiguren durch ihre „Lebendigkeit". Gesteigert wurde dieser Effekt noch durch geschickt inszenierte Figurengruppen und vor allem durch die Fotoaufnahmen der Schaufensterfiguren durch Käthe Kruses Sohn Jochen. Er kleidete die Figuren im neuesten modischen Schick, gab ihnen Accessoires in die Hände, rückte sie einzeln oder in Gruppen in Szene - mal beim Sport, mal elegant, mal familär, mal drinnen, mal im Freien - und fotografierte sie. Die Produktion wurde nach dem Umzug der Werkstätten nach Donauwörth zunächst verkauft und kurz darauf eingestellt.

 

1946: Zweigwerke in Bad Pyrmont und Donauwörth

Schon während des 2. Weltkriegs wurde die Puppenproduktion immer schwieriger. Die Schrecken der Kriegsjahre und die verheerenden letzten Kriegsmonate im Jahr 1945 machten auch vor der Puppenwerkstätte nicht halt. Zunächst rückten die Amerikaner in Bad Kösen ein, danach die Russen. Um die Produktion überhaupt am Laufen halten zu können, benötigte Käthe Kruse von ihren Kunden selbst eingeschickte Stoffe zur Fertigung der Kleidung und abgeschnittenes Echthaar zur Herstellung der Perücken. Zur besseren Materialversorgung und um die Exportmöglichkeiten weiter auszudehenen, schickte Käthe Kruse 1946 ihre Söhne Max und Michael in die westlichen Zonen, um doet Zweigerke zu errichten. Max baute in Bad Pyrmont eine kleine Werkstätte auf, in der vor allem das Glückskind - eine einfache, im Schnitt reduzierte Spielpuppe - gefertigt wurde. Michael verlegte Teile der Produktion von Bad Kösen nach Donauwörth. Dorthin wurde 1950 die gesamte Produktion der Käthe Kruse Puppen verlegt. Käthe Kruse war mit allem, was sie tragen konnte über Berlin nach Donauwörth geflüchtet. Die geliebte Werkstätte in Bad Kösen wurde enteignet und in das System der volkseigenen Betriebe der DDR integriert. Einige Mitarbeiter folgten Käthe Kruse nach Donauwörth, viele bleiben wegen ihrer Familien zurück. Noch bis in die 60er Jahre wurden in Bad Kösen mit den verbliebenen Werkzeugen und Materialien Puppen nach Art der Käthe Kruse Puppen hergestellt - bezeichnet wurden sie mit dem Namen Kösener Künstlerpuppen. Die Produktion der Käthe Kruse Puppen wurde in Donauwörth vor allem unter der Mitgilfe der Kinder Michael, Max und Hanne neu aufgebaut. Käthe Kruse zog sich mehr und mehr aus der aktiven Firmenarbeit zurück.

1958: Tochter Hanne übernimmt

Die neuen Werkstätten in Donauwörth wurden von 1946 bis 1953 von Käthe Kruses Sohn Michael geleitet. Danach beschoss der gelernte Physiker nach Südafrika auszuwandern, wo er in Pretoria lebte und arbeitete. Max Kruse, der bereits von 1946 bis 1949 das Zweigwerk in Bad Pyrmont aufgebaut und geleitet hatte, übernahm die Werksleitung in Donauwörth bis 1958 und übergab dann die Werksleitung an seine Schwester Hanne Adler-Kruse und deren Ehemann Heinz Adler. Max Kruse widmet sich seitdem seiner Berufung als Schriftsteller - vor allem bekannt für seine Kinderbücher „Der Löwe ist los" und das auch durch die Augsburger Puppenkiste populär gewordenen „Urmel aus dem Eis". Hanne Adler-Kruse übernahm die künstlerische Leitung der Werkstätten, Heinz Adler kümmerte sich um Geschäfte und Kunden. Bereits 1957 hatte Hanne Kruse ihr erstes eigenes Puppenmodell, das „Däumlinchen" kreiert und mit großem Erfolg auf der Nürnberger Spielwarenmesse vorgestellt. Ihre folgenden Puppenschöpfungen wurden unter der Bezeichnung „Modell Hanne Kruse" vermarktet.

 

1967: Neue Produkte für Baby und Kleinkind

Hanne Kruse geht ab Mitte der 60er Jahre einen entscheidenden Schritt über die Puppenproduktion hinaus und erweitert die Produktpalette um Spielzeuge für Babys und Kleinkinder. Der Absatzmarkt für Puppen ist in dieser Zeit weitgehend erschöpft, da die Konsumenten vermehrt auf Billigprodukte und Auslandsproduktionenen zurück greifen. Mit ihren Spielzeugen aus Frottee erschließen die Käthe Kruse Werkstätten einen ganz neuen Konsumentenkreis und sichern so die Grundlage für den Produktionsbetrieb. Unter den weichen, bunten Frotteeprodukten sind Tierfiguren, bunte Spielbälle und Puppenfiguren, die unter der Familie Timmermann bekannt geworden sind. Einige dieser Frotteeprodukte sind bis Heute erfolgreich in unserem Käthe Kruse Baby- und Kleinkind Programm vertreten. Hanne und Heinz Adler leiten die Werkstätten bis 1990.

 

1990: Neue Wege in großen Fußstapfen

Über 80-jährig entschließt Hanne Kruse sich dazu, die Werktätte in neue Hände zu geben. Da alle ihre Kinder mit anderen Berufen und mit Familie fest im Leben stehen, findet sich unter den Kruse-Nachkommen niemand, der die Werkstätten übernehmen möchte. Eine neue Geschäftsleitung wird gesucht und in Andrea Kathrin und Stephen Christenson auch gefunden. Bereits als Kind spielte Andrea Christenson mit Käthe Kruse Puppen und träumte davon, eines Tages diese wundervolle Puppenwerkstätte zu leiten. Zunächst ging das Leben andere Wege, bis sich 1990 die Chance ergab, die Traditionsmanufaktur tatsächlich zu übernehmen. Getreu Käthe Kruses Motto der Handarbeit und der Qualitätsproduktion setzt auch die neue Geschäftsleitung auf dieses Erfolgsrezept. „Die Tradition im Herzen, der Zukunft entgegen" lautet das neue Motto, mit dem sich die Marke Käthe Kruse als Hersteller von Puppen, Spielzeugen, Home Produkten, Accessoires und Kindermode etabliert. Heute präsentiert sich Käthe Kruse als Marke für Innovation und Tradition, Kinder und Liebhaber, Klein und Groß, Jung und Alt - einfach qualitätsvoll und generationsübergreifend.

 

2005: 100 Jahre Käthe Kruse Puppen

Die erste Käthe Kruse Puppe entstand 1905. Genauso wie diese erste Puppe Käthe Kruses Tochter Maria begeistert hat, so begeistern Käthe Kruse Puppen und Produkte noch Heute Menschen auf der ganzen Welt. In unserem Jubiläumsband „Käthe Kruse Puppen - 100 Jahre kaum zu glauben" zieht die Zeit in wunderschön fotografierten Puppenbildern von damals bis Heute noch einmal an uns vorbei. Unsere Händler und wir feiern mit zahlreichen Sammlerevents und speziellen Schaufensterdekorationen. Zum großen Jubiläumsfest in Donauwörth steht die Stadt der Käthe Kruse Puppen ganz im Zeichen der traditionsreichen Manufaktur !

2008: Wir feiern Käthe Kruses 125. Geburtstag

In diesem Jahr wäre Käthe Kruse 125 Jahre alt geworden. Mit Freude würde sie sehen, dass ihr Lebenswerk auch Heute noch Menschen auf der ganzen Welt - Groß und Klein - begeistert.

ARWICO AG - Brühlstrasse 10 - 4107 Ettingen BL - © ARWICO AG
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